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wiki:9_herford_vlotho

Vlotho

www.Vlotho.de

Dieses ist die Beschreibung der Stadt Vlotho mit ihren früheren Dörfern/Bauerschaften, den ihnen folgenden Städten, Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Stadt, Dörfer und Bauerschaften

Die 8 Dörfer/Bauerschaften und die Stadt mit ihren Hausstätten/Höfen und deren Hausnummern etwa im Umfang von 1820.

Hausstätten- und Höfeliste

Bücher

Geschichte

Die Geschichte der Stadt Vlotho ist eng verbunden mit der der um 1250 errichteten Höhenburg auf dem Amtshausberg. Verlässliche Angaben über ihre Gründung liegen nicht vor. Der Vlothoer Chronist Großmann schreibt im Zusammenhang mit der Geschichte der Kirche in Valdorf dazu: „Anscheinend ging die Absicht der Herren von Vlotho dahin, aus der Siedlung am Fuße des Amtshausberges eine Art Landeshauptstadt zu machen. Zu diesem Zwecke schnitten sie aus dem Gebiet des Kirchspiels Valdorf (45 km²) ein Gebiet von nur rund 6 km² heraus und gaben der Siedlung Vlotho Stadtrechte.“ Das bedeutete, dass es hier einen eigenen Stadtrichter gab und der Ort mit entsprechenden Stadtrechten versehen war. 1368 fielen die Mindener ein und zerstörten Burg und Stadt fast völlig. In der Folge verlor Vlotho die Stadtrechte wieder und gehörte unter das Gaugericht zu Herford. Über das Schicksal der Stadt Vlotho im Dreißigjährigen Krieg gibt es nur wenige schriftliche Überlieferungen. Soweit bekannt ist, war Vlotho eher am Rande des Kriegsgeschehens in Form von Durchmärschen und Einquartierungen verschiedener Truppen betroffen. Die einzige größere Kriegshandlung der Gegend war ein nur wenige Stunden dauerndes Gefecht im heutigen Vlothoer Ortsteil Valdorf. Das Ereignis wird heute auch als Schlacht bei Valdorf bzw. Vlotho bezeichnet. Erst 1650 durften die Vlothoer unter dem Großen Churfürsten jährlich einen Jahrmarkt abhalten. Auch sonst erlebte der Ort eine neue Blüte. Auffällig ist, dass anderenorts so kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg die Normalität vergleichsweise stockend einsetzte. Eine wesentliche Rolle für die rasch wieder zunehmende Bedeutung der Weserstadt spielte der Hafen, aus dem Handelsgüter und Rohstoffe bis weit ins lippische und Ravensberger Hinterland transportiert wurden und zurück. Das ausgerechnet in Vlotho der wichtigste Hafen zwischen Minden und Hameln entstehen konnte, lag daran, dass hier Inseln (Werder) den Strom teilten. Im ruhigen Arm (dort, wo seit 1875 die Eisenbahntrasse verläuft) konnten nach Großmann bis zu hundert Schiffe anlegen, ankern und sogar überwintern. Die Gründung der Vlothoer Schiffergilde, einer Vereinigung der im Ort ansässigen Binnenschiffer, ist auf diesen Aufschwung mit zurückzuführen. Analog dazu hatten sich viele Vlothoer auf das Fuhrgewerbe eingerichtet, die Stadt lebte in hohem Maße vom Güterverkehr, der Naturhafen erwies sich als Segen. Vlotho wurde zum Leggeort (Zentrum des Leinenhandels), erhielt 1719 städtische Rechte als Titularstadt und 1740 wieder einen eigenen Magistrat. Große Bedeutung hatte auch die Floßschiffahrt, die neben dem Rohstoff Holz unter anderem Mühlsteine auf der Weser stromabwärts transportierte. Bis aus dem Thüringer Wald kamen die Fuhrwerke stromaufwärts mit ihrer schweren Last, die dann ihren Weg auf dem Wasser in nördlicher Richtung fortsetzten. Das letzte kommerziell betriebene Floß passierte 1964 auch die Stadt Vlotho. Als 1813 auch die Stadt Vlotho wieder unter preußische Verwaltung kam, profitierte sie erneut von der günstigen Lage an der wichtigen Wasserstraße Weser. Mitte des 19. Jahrhunderts wird von reger Gewerbetätigkeit berichtet. Ansatzweise wollte man von Mineralquellen im Westen der Stadt in Form von Bade- und Kurbetrieb profitieren, was jedoch rasch wieder aufgegeben wurde. In der kleinen Stadt produzierten unter anderem zwei Zuckerfabriken. Arbeitsplätze bot weiterhin der Schiffbau im rechtsseitig der Weser gelegenen Uffeln, das erst später nach Vlotho eingemeindet wurde. Die natürliche Ressource Wasserkraft des Forellenbaches nutzten sieben Öl-, Korn- und Graupen-Mühlen. Der Handel mit Öl und nach wie vor reger Speditionsbetrieb veranlasste 1864 den Historiker Vormbaum, zu Papier zu bringen, … daß Vlotho unter den kleinen Städten zu den bedeutendsten Orten der Grafschaft Ravensberg gehört. Vlotho war in dieser Zeit die wichtigste Tabakstadt im Ravensberger Land; der Rohstoff kam über die Weser auf direktem Wege von Bremen. Der Weserhafen erhielt 1875 allerdings keine Eisenbahnanbindung, weil der Verkehr auf dem Strom immer mehr abnahm. Gegen die expansive Eisenbahn hatte der Schifffahrtsverkehr nur wenig Chancen. Die Rolle der „Zigarrenstadt Deutschlands“ übernahm die Stadt Bünde bis heute. Deren Vorteil war unter anderem die vorteilhafte Lage im Kreuzungspunkt wichtiger Schienenverbindungen nach Osnabrück und Bremen im Fernverkehr und Minden sowie Herford im regionalen Bereich. Im Jahr 1870 übernahm der Zigarrenkaufmann Robert Volbracht (Wirkung bis dahin im genannten Bünde) eine in Konkurs gegangene Brauerei, die bis 1956 Bestand hatte und eine gewisse regionale Bedeutung im Dreieck Lübbecke, Minden, Vlotho, Hameln hatte und von der Lippstädter Brauerei Weißenburg übernommen wurde.

Die Gemeindereform vereinigte die alte Stadt Vlotho am 1. Januar 1969 mit den Gemeinden Exter und Valdorf. Durch die Kreisreform kam 1973 die Gemeinde Uffeln aus dem früheren Kreis Minden hinzu.

Karten

Gravschaft Ravensberg

Fürstbistum / Hochstift Minden

Vlotho

Vlotho Ortsteile

Vlotho, siehe: Maps

Verweise

Auskünfte

Kreisarchiv Herford

Stadtarchiv Vlotho

Heimatverein

wiki/9_herford_vlotho.txt · Zuletzt geändert: 2020/10/23 18:15 von michael