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wiki:1_herford_buende

Bünde

www.Bünde.de

Dieses ist die Beschreibung der Stadt Bünde mit ihren früheren Dörfern/Bauerschaften, den ihnen folgenden Städten, Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Stadt, Dörfer und Bauerschaften

Die 11 Dörfer/Bauerschaften und die Stadt mit ihren Hausstätten/Höfen und deren Hausnummern etwa im Umfang von 1820.

Hausstätten- und Höfeliste

Geschichte

Bünde (niederdeutsch: Buine, Buüne) ist eine kreisangehörige Mittelstadt im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen rund 20 km nördlich von Bielefeld. Mit 47.389 Einwohnern (Stand 30. März 2017) ist sie die zweitgrößte Stadt im ostwestfälischen Kreis Herford (Regierungsbezirk Detmold). Ihr territorialer Zuschnitt ist das Ergebnis der Kommunalreform von 1969.

Bünde wurde erstmals bereits 853 als „Buginithi“ schriftlich erwähnt. Da der Ort einst Zentrum der europäischen Zigarrenindustrie war, nennt man Bünde noch heute die Zigarrenstadt.

Das Stadtwappen (zwei sich die Hand reichende Ritter) spielt auf die Sachsen Hengist und Horsa an, die der Sage nach im 5. Jahrhundert an dieser Stelle einen Bund zur Eroberung Englands schlossen. Tatsächlich lebte zu dieser Zeit im Bünder Land der Sachsenstamm der Engern. Dennoch ist es eher unwahrscheinlich, dass der Name der Stadt auf dieses Bündnis zurückzuführen ist. Vielmehr weist der Name Bünde vermutlich auf eine Anhöhe hin, die früher Buhn (wortverwandt mit Bühne) genannt wurde, woraus sich bis 1222 der Name Bünde entwickelte. Auch heute noch ist die im Vergleich zur Elseniederung erhöhte Lage des alten Stadtkerns um die Laurentiuskirche deutlich erkennbar.

Am 22. Mai 853 wurde Bünde erstmals als „Buginithi“ in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Darin bestätigt König Ludwig der Deutsche, dass sein Vater Ludwig der Fromme die im Bistum Osnabrück gelegene Kirche zu Bünde dem Stift zu Herford geschenkt habe. Das Schriftstück selbst existiert nicht mehr. Vorhanden ist noch eine Abschrift aus dem 11. Jahrhundert. Damit gehört Bünde zu den ältesten Siedlungen des fruchtbaren Ravensberger Landes. Bereits im Mittelalter gewann Bünde dank seiner zentralen Lage eine gewisse Bedeutung. Kirche, Markt und Gerichtsbarkeit zogen neben Bauernhöfen auch Händler und Handwerker sowie Tagelöhner und Kötter an. Im 11. Jahrhundert entstand das Kirchspiel Bünde aus dem Dorf und 15 Bauerschaften. Im Jahre 1152 wurden die Edelherren von Blankena, die die Landeshoheit über die Umgebung ausübten, erstmals urkundlich erwähnt. Ihre heute nicht mehr erhaltene Burg, das Castrum Blankena, wird westlich von Bünde-Mitte vermutet. Nach 1280 verliert sich die Spur dieses Adelsgeschlechts.

Das heutige Stadtgebiet gehörte seit 1530 zur Grafschaft Ravensberg, mit Ausnahme der Stadtteile Spradow und Dünne, die zum Fürstentum Minden bzw. Fürstbistum Minden gehörten. Der Bischof von Osnabrück und die Lippischen Edelherren verloren die Gerichtshoheit. Die Stadt fiel über die Grafschaft Ravensberg 1614 an Brandenburg-Preußen. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. verlieh dem Ort Bünde 1719 die Stadtrechte – zunächst jedoch nicht als Vollstadt, sondern als Titularstadt. 1807 bis 1810 war Bünde Teil des de facto französischen Königreichs Westphalen, ab 1811 bis 1813 (offiziell bis 1815) sogar Teil des Kaiserreichs Frankreich (außer Dünne und Spradow, die weiterhin Teil des Königreichs Westfalen blieben). 1816 bis 1832 – wieder preußisch – wurde Bünde Kreisstadt des Kreises Bünde, aber immer noch nicht Vollstadt, es wurde also weiter nach einer Landgemeindeordnung verwaltet. 1832 ging der Kreis Bünde im Kreis Herford auf. 1843 schlossen sich die Stadt Bünde, die Gemeinden Ahle, Dünne, Ennigloh, Holsen, Hunnebrock, Hüffen, Muckum, Spradow, Südlengern, Werfen und der Gutsbezirk Steinlake zum Amt Bünde zusammen. Erst 1902 wurde Bünde durch Austritt aus dem Amt Bünde (ab 1902: Amt Ennigloh) amtsfreie Vollstadt.

In Bünde war vom 15. Jahrhundert bis in die 1830er Jahre die Flachsverarbeitung im Spinn- und Webergewerbe Haupt- und Nebentätigkeit vieler Bünder, vor allem der armen Heuerlinge und Kötter in den umliegenden Stadtteilen, die früher noch selbstständige Gemeinden bildeten. Die Landbevölkerung litt vor allem unter der Hofteilung, die dazu führte, dass sogar im fruchtbaren Ravensberger Land die Hofgröße nicht mehr ausreichte, ihre Familien zu ernähren. Mit Einführung der mechanischen Webstühle brach dieses oft in Heimarbeit ausgeübte Handwerk völlig zusammen. 1860 musste beispielsweise die erst 1853 gegründete Strohflechtereigesellschaft endgültig ihre Türen schließen. Viele Bünder emigrierten deswegen und wegen der Missernten in den Hungerjahren 1845–1848 nach Amerika. Von 1850 bis 1900 wanderten 1083 Bürger (teilweise auch illegal) aus.

Der Bünder Raum als Teil der Kulturlandschaft des Ravensberger Landes wurde im 19. Jahrhundert intensiv von der Industrialisierung erfasst. Eine Besonderheit bedeutete in dieser Hinsicht seine Entwicklung zu einem Zentrum der deutschen Tabakindustrie, wodurch Bünde als Zigarrenstadt bekannt wurde. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert hatten über 20 Zigarrenfabriken ihren Sitz in Bünde, und ein Großteil der in Deutschland vertriebenen Zigarren stammte aus der Zigarrenstadt. Andere Erwerbszweige, wie Druckereien, Kartonagen- und Zigarrenkistenhersteller, wuchsen mit der steten Aufwärtsentwicklung der Zigarrenindustrie.

Die alte Stadt Bünde (Bünde-Mitte) wurde durch die Gebietsreform am 1. Januar 1969 mit dem Amt Ennigloh und einem Teil des Amtes Herford-Hiddenhausen zur heutigen Stadt vereinigt. Die ehemals selbstständigen Gemeinden in den Ämtern verloren dadurch ihre Unabhängigkeit. Seitdem gab es keine weiteren Eingemeindungen.

Bücher

Karten

Gravschaft Ravensberg

Fürstbistum / Hochstift Minden

Bünde

Bünde, siehe: Maps

Verweise

Auskünfte

Kreisarchiv Herford

Stadtarchiv Bünde

Heimatverein

Kreisheimatverein Herford

Auskünfte oder weitere ausführliche Unterlagen in digitaler Form zu einzelnen Höfen erhalten Sie unter:

                  info@westfalenhoefe.de
wiki/1_herford_buende.txt · Zuletzt geändert: 2020/10/23 18:24 von michael