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wiki:herford_spenge

Spenge

www.Spenge.de

Dieses ist die Beschreibung der Stadt Spenge mit ihren früheren Dörfern/Bauerschaften, den ihnen folgenden Städten, Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Stadt, Dörfer und Bauerschaften

Die 4 Dörfer/Bauerschaften und die Stadt mit ihren Hausstätten/Höfen und deren Hausnummern etwa im Umfang von 1820.

Hausstätten- und Höfeliste

Geschichte

Das Gebiet war zunächst das Gebiet der sächsischen Engern, nach Unterwerfung des Sachsenherzogs Widukind durch Karl den Großen um 1000 fränkisch. Die älteste urkundliche Erwähnung bezieht sich auf ein Relief in der Marienkirche in Wallenbrück im Jahre 1096. Die Steinplatte mit einer Relieffigur eines jungen Heiligen, der in der Hand ein Kirchenmodell hält, ist auch heute noch dort zu finden. Der dargestellte Heilige könnte der im Alter von zwölf Jahren verstorbene Kirchenstifter Gerhard sein. Auch der Vorgängerbau der heutigen Spenger ev.-luth. St.-Martinskirche geht vermutlich bis ins 9. Jahrhundert zurück. Der jetzige Bau ist jedoch ein Neubau der bis 1220 erwähnten Edlen von Spenge. Der Martinsaltar in der Kirche ist um 1470 entstanden. Die übrigen Ortsteile wurden im 12. bzw. 13. Jahrhundert erstmals erwähnt. Seit der Reformation, etwa im 16. Jahrhundert, wurde Spenge wie das gesamte Ravensberger Land lutherisch, was die Unterschiede zwischen den benachbarten niedersächsischen katholischen Gebieten bis heute prägt.

Die Menschen in Spenge und im Ravensberger Land lebten zunächst in Drubbeln inmitten ungeteilter Marken. Die Gewalt wurde von weltlicher Seite durch fränkische Gaugrafen ausgeübt, wohingegen auf kirchlicher Seite das Stift Herford eine wichtige Rolle spielte. Die Menschen mussten an diese Institutionen Abgaben leisten. Das Land war durch die Lößböden fruchtbar und gehörte damit zum Altsiedelland. Die Bevölkerung vermehrte sich rasch und durch das Anerbenrecht und das Heuerlingswesen entstanden nacheinander mehrere Schichten in der Bevölkerung. Die Erben bewirtschafteten den elterlichen Hof. Seit dem 16. Jahrhundert bildete eine weitere Gruppe, die Heuerlinge, die Unterschicht der Gesellschaft ohne Grundbesitz. Sie waren nicht mehr als wirtschaftlich und rechtlich abhängige Gehilfen der Erbbauern, in deren Reichweite sie einen kleinen Kotten bewohnten. Die geschilderten ärmeren Gesellschaftsgruppen erschlossen sich daher im 15. Jahrhundert mit Flachsanbau und -verarbeitung zu Leinen eine neue Erwerbsmöglichkeit. Im Jahre 1770 wurde die Mark auf preußischen Druck hin vollständig privatisiert und größtenteils zu Ackerland landwirtschaftlicher Kleinbetriebe. Diese kleinbäuerlichen Besitzverhältnisse konnten sich bis in die 1950er-Jahre halten. Die Sieke wurden in dieser Zeit verbreitert, um Weide für das Vieh zu schaffen, das bisher nur in der Mark weidete.

Bis zur Franzosenzeit (1807–1813), als Spenge Teil des Königreiches Westfalen (ab 1811 sogar Teil des Kaiserreich Frankreichs) war, waren Spenge und seine Ortsteile ein Teil des Amtes Limberg, das zur Grafschaft Ravensberg gehörte, die wiederum ab 1814 Teil Preußens war. Nach Ende der napoleonischen Zeit wurde die Grafschaft Ravensberg wiederhergestellt und war wieder preußisch, ab 1819 aber in einer preußischen Verwaltungseinheit Minden-Ravensberg zusammen mit dem nördlich gelegenen Fürstentum Minden verwaltet.

Als die Leinenverarbeitung infolge des Aufkommens mechanischer Webstühle Mitte des 19. Jahrhunderts immer unrentabler wurde und die Landbevölkerung sich dadurch kaum noch ernähren konnte, bot die um 1860 vor allem in nahen Bünde aufkommende Tabakindustrie ein neuerliches Auskommen. Am 9. August 1891 kam es in Spenge zur sogenannten Spenger Schlacht, einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen etwa 500 Sozialdemokraten und Angehörigen konservativer Kreise, vornehmlich 1500 Bauern und Knechten unter der Führung des Gohfelder Pastors Karl Iskraut.

Das seit 1843 bestehende Amt Spenge mit den selbstständigen Gemeinden Wallenbrück, Hücker-Aschen, Spenge, Bardüttingdorf und Lenzinghausen geht mit der Kommunalreform am 1. Januar 1969 in eine neue Kommune, danach zur Stadt Spenge über. Die ehemaligen Gemeinden wurden ab 1969 als Ortsteile bezeichnet.

Karten

Gravschaft Ravensberg

Fürstbistum / Hochstift Minden

Spenge

Spenge Ortsteile

Spenge, siehe: Maps

Verweise

Auskünfte

Kreisarchiv Herford

Stadtarchiv Spenge

Heimatverein

wiki/herford_spenge.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/14 03:07 von michael