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wiki:herford_roedinghausen

Rödinghausen

www.Rödinghausen.de

Dieses ist die Beschreibung der Gemeinde Rödinghausen mit ihren früheren Dörfern/Bauerschaften, den ihnen folgenden Gemeinden und den Kirchengemeinden (Kirchspielen).

Stadt, Dörfer und Bauerschaften

Die 5 Dörfer/Bauerschaften mit ihren Hausstätten/Höfen und deren Hausnummern etwa im Umfang von 1820.

Hausstätten- und Höfeliste

Bücher

Geschichte

Rödinghausen liegt am Südrand des Wiehengebirges im Ravensberger Hügelland. Die nächstgelegenen Großstädte sind das 30 km südlich gelegene Bielefeld und Osnabrück 32 km im Westen.

Rödinghausen gehört zur Kulturlandschaft des Ravensberger Landes. Als die Engern unter ihrem Herzog Widukind in einem Krieg von 772 bis 804 dem Stamm der Franken unter Karl dem Großen unterlagen, mussten sie ihren Glauben aufgeben. Sie wurden zwangsgetauft und auf der ehemaligen Kultstätte in Rödinghausen wurde um 850 eine erste Holzkirche errichtet. Aus diesen Bauerschaften entwickelten sich mit der Zeit die fünf heutigen Ortsteile Bieren, Schwenningdorf, Rödinghausen, Ostkilver und Westkilver. Um 800 lebten die Rödinghauser in von dichtem Wald umgebenen Siedlungen, sogenannten Drubbeln, die etwa zwei Kilometer auseinander lagen. Daneben entstanden einzeln liegende Meierhöfe, die sich durch ihren großen Grundbesitz auszeichneten und für die Lehnsherren bestimmte Aufgaben übernahmen. Sie sammelten beispielsweise oft den Zehnt der übrigen Bauern ein. Einer der ältesten dieser Rödinghauser Meierhöfe ist der Hof Steinmeyer in Rödinghausen, der nachweislich seit mindestens 1319 bis heute ununterbrochen von der Familie Steinmeyer (Stencampe) bewohnt wird. Von etwa 1450 bis 1650 entstanden in der gemeinen Mark (dem Wald zwischen den Eschen und Blockuren) kleine landwirtschaftlich genutzte Kämpe (Breitstreifenflure) und dazu kleine, einzelne Kotten (Markkotten) abseits der Drubbel. Seit dem 16. Jahrhundert bildeten die Heuerlinge eine weitere Siedlergruppe. Diese erbten gar keinen Grundbesitz, sondern mussten in angemieteten Kotten (Heuerlingskotten) leben. Diese ärmeren Gesellschaftsgruppen erschlossen sich daher im 15. Jahrhundert mit dem Flachsanbau und dessen Verarbeitung zu Leinen eine neue Erwerbsmöglichkeit. Web- und Spinnstuben in den Rödinghauser Bauernhöfen gehörten zum Alltag. Die Heuerlinge pachteten Land zum Flachsanbau, aber auch die Erben und Markkötter bauten Flachs an. In preußischer Zeit (ab 1614) wurde das Leinengewerbe zur Erhöhung des Steueraufkommens (Merkantilismus) gefördert und die Zahl der Heuerlinge wuchs dadurch rasch, sodass um 1700 im Ravensberger Land die ländliche Bevölkerung bereits zu zwei Dritteln aus Heuerlingen bestand. Im Jahr 1770 wurde die Mark auf preußischem Druck hin vollständig privatisiert. In der Zeit der Leineweber vom 14. Jahrhundert bis 1609 gehörte die Gegend zur Grafschaft Ravensberg. 1647 fiel die Grafschaft an Brandenburg-Preußen, nachdem sie im Dreißigjährigen Krieg umstritten und umkämpft war. Seitdem war Rödinghausen fast ununterbrochen preußisches Gebiet und ab 1719 Teil der preußischen Verwaltungseinheit Minden-Ravensberg. Bis 1806 gehörte das heutige Gemeindegebiet zum Amt Limberg, das allerdings nach Schleifung der Burg um 1695 zunächst von Holsen, später ab 1771 von Börninghausen und noch später von Bünde aus verwaltet wurde. Nach dem Ende der Napoleonischen Zeit, das in der Schlacht bei Waterloo auch mit Rödinghauser Beteiligung endgültig erkämpft wurde, fiel Westfalen wieder an Preußen, und Rödinghausen wurde Teil des 1816 neugeschaffenen Kreises Bünde in der Provinz Westfalen. Dieser ging 1832 im Kreis Herford auf. 1816 wurde Rödinghausen noch als Kirchspiel Rödinghausen bezeichnet und ab 1843 als Amt Rödinghausen, das die heutigen Ortsteile als selbständige Gemeinden umfasste. Bis 1888 wurde das Amt Rödinghausen in Personalunion mit dem Amt Bünde von Bünde aus und danach als eigenständiges Amt Rödinghausen verwaltet. Amtssitz von Amtmann Meier war zunächst bis 1907 das gepachtete Gut Waghorst, danach ein neu gebautes Amtshaus im Ortsteil Rödinghausen, der damit erstmals Verwaltungssitz wurde. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung und mechanischer Webstühle in England waren die Rödinghauser Leineweber nicht mehr konkurrenzfähig. Mechanische Webstühle wurden in Deutschland nur in den Spinnereien großer Städte wie Bielefeld (z. B. Ravensberger Spinnerei) installiert. Die größte Gefährdung der Leineweber war aber das mechanisch erzeugte Exportleinen, das ab etwa 1820 aus England oder Belgien kam. In den folgenden 20 Hungerjahren, die auch von Missernten mitverursacht waren, wurden einige Rödinghauser in ihrer Not zu Schmugglern, denn von 1836 bis 1856 gehörte Preußen und damit auch das Gebiet des heutigen Rödinghausen dem Deutschen Zollverein an, nicht aber das Gebiet des Hauses Hannover – also die heutigen niedersächsischen Nachbargemeinden. In dieser Zeit entwickelte sich zwischen den Orten Düingdorf (Niedersachsen) und Westkilver ein blühendes Schmuggelgewerbe, das Seide, Zucker, Butter, Salz und Kaffee über die grüne Grenze brachte. Andere Notleidende wanderten aus, z. B. in die heutige Partnerstadt Pemberville, Ohio.

Am 1. Januar 1969 wurden die Gemeinden Bieren, Ostkilver, Schwenningdorf und Westkilver sowie Teile der aufgelösten Gemeinden Holsen und Muckum eingegliedert.[12] Westkilver wurde im gleichen Zug in Bruchmühlen umbenannt. Des Weiteren wurden einige Flurstücke der ehemaligen Gemeinden und heutigen Bünder Stadtteile Holsen und Muckum eingegliedert. Rechtsnachfolgerin des aufgelösten Amts Rödinghausen ist die Gemeinde Rödinghausen. Seitdem gab es keine weiteren Eingemeindungen oder Umgliederungen des Gemeindegebietes.

Karten

Gravschaft Ravensberg

Fürstbistum / Hochstift Minden

Rödinghausen im Kreis Herford

Rödinghausen Ortsteile

Rödinghausen, siehe: Maps

Verweise

Auskünfte

Kreisarchiv Herford

Gemeindearchiv Rödinghausen

Heimatverein

wiki/herford_roedinghausen.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/14 03:06 von michael